Fakts über Südafrika

Breathtaking aerial view of Cape Town with Table Mountain and coastline.

Hallo meine Lieben,
ich sitze gerade in einem Café und hab über alles mögliche Nachgedacht, dabei ist mir aufgefallen, dass ich noch gar nicht so viel über Südafrika weiß, wie ich eigentlich wissen möchte, deshalb habe ich hier ein Fakts für euch:

Fläche: ca. 1,22 Mio. km² – damit ist Südafrika etwa 3,4-mal so groß wie Deutschland
Einwohner: laut den aktuellen Schätzungen von Statistics South Africa rund 63,5 Millionen Menschen (Stand 2026). Etwa 51 % davon sind Frauen. 
Junge Bevölkerung: Gut ein Viertel der Menschen ist jünger als 15, über 10 % sind 60 oder älter.
Hauptstädte: Südafrika hat gleich drei: Pretoria (Regierungssitz), Kapstadt (Parlament) und Bloemfontein (oberstes Berufungsgericht)
Provinzen: 9 – die bevölkerungsreichste ist Gauteng (mit Johannesburg und Pretoria), von dort kommt mein Freund, wir leben im Western Cape
Amtssprachen: 12! Elf davon stehen in der Verfassung von 1996, als zwölfte kam 2023 die Südafrikanische Gebärdensprache dazu. Südafrika war damit nach Kenia, Simbabwe und Uganda das vierte afrikanische Land, das Gebärdensprache offiziell anerkennt. 
Meistgesprochene Sprachen zu Hause (Zensus 2022): isiZulu (24,4 %), isiXhosa (16,3 %), Afrikaans (10,6 %), Sepedi (10,0 %) und Englisch (8,7 %) – Englisch ist also gar nicht die häufigste Muttersprache, wird aber im Alltag und Berufsleben überall gesprochen Präsident: Cyril Ramaphosa
Währung: Südafrikanischer Rand (ZAR)
Zeitzone: UTC+2 – im deutschen Winter seid ihr eine Stunde hinter mir, im Sommer haben wir dieselbe Zeit (in Südafrika gibt es keine Zeitumstellung)
Straßenverkehr: Linksverkehr
Jahreszeiten: genau umgekehrt wie in Deutschland – Weihnachten ist hier Hochsommer, was gut für Reisen im Winter ist 

Politik: ANC und DA
Seit dem Ende der Apartheid 1994 war der ANC (African National Congress) die dominierende Partei in Südafrika. Das ist die Partei von Nelson Mandela, und sie hat jahrzehntelang mit absoluter Mehrheit regiert. Bei den nationalen Wahlen 2024 hat der ANC diese Mehrheit zum ersten Mal verloren und regiert seitdem in einer „Regierung der nationalen Einheit“ zusammen mit anderen Parteien, unter anderem mit der DA. Präsident ist Cyril Ramaphosa (ANC).
Die DA (Democratic Alliance) ist die größte Oppositionspartei und besonders stark hier im Western Cape. Kapstadt wird seit den Kommunalwahlen 2006 von der DA regiert. Parteichef ist seit dem 12. April 2026 Geordin Hill-Lewis, der Bürgermeister von Kapstadt. Am 5. November, waren in ganz Südafrika Kommunalwahlen, und es zeichnet sich ein ziemlich spannendes Ergebnis ab. Landesweit liegt der ANC nur knapp vorne, mit rund 32 %, dicht gefolgt von der DA mit etwa 29 %. Wenn sich die Zahlen bestätigen, wäre das eine deutliche Verschiebung: Der ANC kam 2021 noch auf 45,59 %, die DA auf 21,62 %. Auf den Plätzen dahinter folgen kleinere Parteien wie die MK-Partei, die zum ersten Mal bei einer Kommunalwahl antritt, und die EFF. Besonders spannend ist Johannesburg: Dort tritt Helen Zille als Bürgermeisterkandidatin für die DA an. Johannesburg zählt aber zu den Städten, in denen voraussichtlich keine Partei eine absolute Mehrheit bekommt, sodass Koalitionen verhandelt werden müssen. Und hier bei mir im Western Cape? Da liegt die DA mit rund 58 % klar vorne. Wichtig: Die Wahlergebnisse sind noch nicht fertig ausgezählt (Stand: 05.11.2026). Die endgültigen Ergebnisse kommen vermutlich am 08.11.2026.

Warum hat der ANC so viel Zustimmung verloren?

Der ANC war lange „die Partei von Nelson Mandela“, doch das Vertrauen ist in den letzten Jahren stark gesunken. Ein Hauptgrund ist Korruption, Stichwort „State Capture“: Eine Untersuchungskommission kam zu dem Ergebnis, dass der Staat unter Ex-Präsident Jacob Zuma von einem Korruptionsnetzwerk rund um die Unternehmerfamilie Gupta „gekapert“ wurde, unter anderem beim Stromversorger Eskom. Dazu kommen Probleme bei der Grundversorgung wie Wasserausfälle und marode Infrastruktur sowie eine Arbeitslosenquote von 33,6 %. Außerdem nimmt die mit Zuma verbundene MK-Partei dem ANC viele Stimmen ab. Der ANC verweist dagegen auf die Fortschritte seit 1994, etwa beim Zugang zu Strom, Wasser, Wohnraum und Sozialleistungen, und Präsident Ramaphosa hat Reformen in der Verwaltung angekündigt.
Natürlich kann ich hierzu nicht super viel schreiben, weil ich nicht so tief im Thema bin, aber ich finde es recht spannend.

Keine Sorge, es wird noch mehr kommen, aber mein Kaffee ist jetzt leer und ich muss weiter. 
Sonnige Grüße aus Südafrika, 
Eure Karin

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